Das britische Mandat für Palästina (1920–1948) war der entscheidende koloniale Rahmen, der die Enteignung des palästinensischen Volkes ermöglichte. Gestützt auf die Balfour-Erklärung erleichterte Großbritannien das Wachstum einer zionistischen nationalen Heimstätte, während die indigene arabische Mehrheit schrittweise marginalisiert wurde.
Die Balfour-Erklärung und koloniale Doppelzüngigkeit
1917 versprach die britische Regierung, „die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ zu unterstützen, und behauptete zugleich, „es werde nichts getan, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften beeinträchtigen könnte“. Diese Gemeinschaften bildeten etwa 90 Prozent der Bevölkerung.
Parallele Institutionen und Landtransfer
Zionistische Organisationen bauten eine ausgefeilte Infrastruktur: die Jewish Agency, die Haganah-Militärmacht, die Histadrut und den Jüdischen Nationalfonds. Land wurde gekauft, oft von abwesenden Eigentümern, und dann für arabische Arbeit und Pacht geschlossen.
Palästinensischer Widerstand und britische Unterdrückung
Die Palästinenser organisierten sich politisch durch das Arabische Hohe Komitee. Der große Aufstand von 1936–1939 war ein anhaltender Aufstand gegen britische Herrschaft und zionistische Kolonisierung. Großbritannien antwortete mit Kollektivstrafen, Hauszerstörungen und militärischer Gewalt.